Adecco Stellenindex 10/2019: Ost-West-Vergleich des Arbeitsmarktes 30 Jahre nach der Deutschen Einheit

  • 25.10.2019
  • 17:49
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Der Stellenmarkt im Osten und Westen Deutschlands hat sich 30 Jahre nach der Deutschen Einheit in vielen Aspekten angeglichen. Nur in einer Branche gibt es eklatante Unterschiede.

  • Wachstumsrate des Stellenmarkts im Osten 13 Prozent höher als im Westen
  • Die größten innerdeutschen Unterschiede gibt es im IT- und Technikbereich
  • Sonderfall Berlin: Westberlin zeigt mehr Dynamik im Stellenmarkt

Düsseldorf, 30. September 2019: In diesem Jahr feiert Deutschland 30 Jahre Einheit. Doch die Bemühungen um eine wirtschaftliche Einheit sollten sich als herausfordernd herausstellen. Besonders auf dem Arbeitsmarkt warteten große Aufgaben auf Ostdeutschland. In welchen Bereichen gibt es nach wie vor Unterschiede und wo haben sich Ost und West bereits angeglichen? Im großen Ost-West-Vergleich haben die Experten der Adecco Personaldienstleistungen GmbH die Entwicklung des Arbeitsmarktes seit 2014 genauer unter die Lupe genommen.

Hat Ostdeutschland die Kurve gekriegt?

Nach der Wende stand es zunächst nicht gut um die Konjunktur in den neuen Bundesländern. Es gab weniger Arbeitsplätze und die Einwohnerzahl sank, weil Nachwuchsfachkräfte in den Westen abwanderten. Außerdem war der Osten durch den Geburtenrückgang der 1990er Jahre belastet. Aus dem aktuellen Jahresbericht der Bundesregierung zum Stand der Deutschen Einheit geht jedoch hervor, dass Löhne, Gehälter und verfügbare private Einkommen mittlerweile etwa 85 Prozent des westdeutschen Niveaus erreichen.

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Und der Osten? Der Stellenmarkt der neuen Bundesländer hat einen Sprung nach vorn gemacht: Seit Anfang 2014 bis heute wuchs das Stellenangebot um 56 Prozent. Damit ist die Wachstumsrate im Osten rund 13 Prozent höher als die der westdeutschen Bundesländer. Besonders stark stieg die Fachkräftenachfrage in Sachsen-Anhalt (75 Prozent) und in Sachsen (68 Prozent). In Mecklenburg-Vorpommern war die Entwicklung mit 36 Prozent am geringsten.

Die Analyse des gesamtdeutschen Stellenmarktes zeigt, dass das Jobangebot in den vergangenen fünf Jahren um rund 42 Prozent gewachsen ist. Ähnlich sieht es in den alten Bundesländern aus, in denen die Zahl der Jobangebote um 43 Prozent stieg. Betrachtet man das Wachstum einzelner West-Bundesländer in diesem Zeitraum fällt Schleswig-Holstein auf, das mit einem Plus von 76 Prozent an der Spitze liegt. Bayern landet mit 41 Prozent mehr Stellen etwa in der Mitte. Die geringste Entwicklung der Fachkräftenachfrage ist in Rheinland-Pfalz (23 Prozent) und im Saarland (21 Prozent) zu beobachten.

In Berlin verlief die Entwicklung von Ost und West genau andersherum: Während sich im ehemaligen Westberlin die Zahl der Stellen in den letzten fünf Jahren fast verdreifacht hat, waren es in Ostberlin „nur“ 44 Prozent mehr, was auf dem Durchschnittsniveau liegt.

Deutschland digital: Es gibt mehr IT-Jobs im Westen

Zusätzlich haben die Experten von Adecco die Jobangebote in verschiedenen Berufsgruppen ins Verhältnis zur Einwohnerzahl gesetzt. Hierbei stellte sich klar heraus, dass Westdeutschland in dieser Hinsicht noch immer vorne liegt. Innerhalb Westdeutschlands sind Mitarbeiter in den technischen Berufen am stärksten nachgefragt: Auf 1.000 „Westdeutsche“ kommen 3,69 offene Positionen. In den neuen Bundesländern werden technische Fachkräfte zwar ebenfalls am häufigsten gesucht, hier liegt das Verhältnis zur Einwohnerzahl allerdings nur bei 2,04 Stellen.

Die größte innerdeutsche Differenz besteht im IT-Bereich. Hier liegt der Westen mit 2,77 Stellenangeboten pro 1.000 Einwohner deutlich vor Ostdeutschland mit nur 1,02 Jobangeboten. Auch im Bereich Finanz- und Rechnungswesen gibt es einen merklichen Vorsprung der westdeutschen Bundesländer mit 1,91 Stellen auf 1.000 Einwohner gegenüber Ostdeutschland mit 0,74 Stellen.

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In Berlin hat der Westen die Nase vorn

Was zeigt der Ost-West Vergleich in der deutschen Hauptstadt? Auf dem Wohnungsmarkt ist Ostberlin beliebter als der Westen der Stadt. Viele der teuersten Wohngegenden wie Prenzlauer Berg liegen in der ehemaligen DDR. Trotzdem machen Stellenangebote in Ostberlin lediglich 27 Prozent des gesamten Berliner Jobmarktes aus. Drei Viertel der Stellenangebote werden nach wie vor in Westberlin geschaltet.

Sämtliche Bezeichnungen richten sich an beide Geschlechter. Im Sinne einer besseren Lesbarkeit wurde ausschließlich die maskuline Form von Bezeichnungen gewählt. Dies implizit keinesfalls eine Benachteiligung des anderen Geschlechts.

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Über den Adecco Stellenindex

Der Adecco Stellenindex wertet monatlich die Stellenangebote aus 166 Printmedien und 32 Online-Jobbörsen in Deutschland aus.

Über die Adecco Personaldienstleistungen GmbH

Die Adecco Personaldienstleistungen GmbH ist Arbeitgeber für mehr als 32.000 Mitarbeiter in über 250 Standorten in Deutschland. Das Unternehmen ist Teil des weltweit führenden Partners für HR-Lösungen Adecco Group. In den Geschäftsbereichen Industrial und Office konzentriert die Adecco Personaldienstleistungen GmbH auf die spezifische Personalentwicklung für ihre Kunden – vom Mittelständler bis zum internationalen Konzern. Kerndienstleistungen sind Arbeitnehmerüberlassung, Personalvermittlung, Inhouse Outsourcing, Consulting, OnSite Management sowie Arbeitsschutz und Prävention.

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