Adecco Stellenindex 05/2015: Deutlich mehr Stellen für Pflegepersonal

  • 01.05.2015
  • 10:30
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Von Mai 2014 bis April 2015 waren knapp 57.900 Stellenanzeigen für Pflegeberufe ausgeschrieben. Dies entspricht einem Anstieg von 29 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode, wie Analysen des aktuellen Adecco-Stellenindex zeigen. Auch die Zahl der ausschreibenden Unternehmen ist in den letzten 12 Monaten um 16 Prozent auf 11.400 Inserenten gestiegen. Im März 2015 ist die Menge an Jobangeboten für Pflegefachkräfte im Vergleich zu März 2014 um 20 Prozent gewachsen und betrug mehr als 4.700 Anzeigen.

Die grafisch dargestellte Entwicklung der letzten 24 Monate veranschaulicht noch einmal den starken Anstieg der Nachfrage nach Pflegekräften. Abgesehen von kleinen Rückgängen im Juli, August und Dezember 2013 sowie im Februar 2014 stieg die Zahl der Inserate seit Mai 2013 fast kontinuierlich an. Besonders viele Stellenanzeigen wurden im ersten Quartal 2015 ausgeschrieben.

Inserenten, die nach Pflegepersonal suchen, nutzen für ihre Anzeigen im Vergleich zum Gesamtmarkt viel häufiger verschiedene Printmedien. Während der durchschnittliche Anteil an Printanzeigen nur bei 17 Prozent lag, wurden 38 Prozent der Pflegeberufe in Zeitungen und Anzeigenblättern veröffentlicht.


Examinierte Gesundheits- und Krankenpfleger sind besonders begehrt

Unternehmen aus der Branche Gesundheit, Soziales und Bildung bilden erwartungsgemäß die stärkste Inserentengruppe. 71 Prozent der Stellenanzeigen für Pflegepersonal stammen von diesen Organisationen und Einrichtungen. Aber auch Personaldienstleistungsunternehmen suchten mit einem Anteil von 20 Prozent aller Jobangebote im Pflegebereich recht intensiv nach passenden Fachkräften.

Am häufigsten wurden examinierte Gesundheits- und Krankenpfleger mit einem Anteil von 33 Prozent gesucht. Altenpfleger folgen auf dem zweiten Platz mit 29 Prozent. Oft wird allerdings allgemein nach einer Pflegefachkraft, unabhängig vom Ausbildungsschwerpunkt, gesucht (15 Prozent). In 11 Prozent aller Anzeigen für Pflegeberufe waren Physio- und Ergotherapeuten gefragt. Dahinter folgen Pflegehelfer für verschiedene Bereiche (9 Prozent), Kinderkrankenpfleger (7 Prozent) und Heilerziehungspfleger (5 Prozent).


Pflegekräfte in Brandenburg doppelt so häufig gesucht wie im bundesweiten Durchschnitt

Der bundesweite Vergleich zeigt, dass für den Eisatzort Bayern in den letzten 12 Monaten ein Viertel aller Pflegejobs ausgeschrieben wurde. Dahinter folgen Nordrhein-Westfalen mit 18 Prozent und Baden-Württemberg mit 14 Prozent. Die wenigsten offenen Stellen gab es in Sachsen-Anhalt, im Saarland und in Bremen (jeweils nur 1 Prozent). Berücksichtigt man die unterschiedliche Größe der jeweiligen Bundesländer und deren Stellenmärkte, so wird deutlich, dass in Brandenburg der Anteil an offenen Stellen für Pflegeberufe mit 4 Prozent doppelt so hoch ist wie im bundesweiten Durchschnitt. Zum Vergleich: Der Anteil an Inseraten für Pflegepersonal im gesamten bayerischen Stellenmarkt liegt nur bei durchschnittlichen 2 Prozent).


Verantwortungsvoll, einfühlsam und freundlich sollten Pflegefachkräfte sein

Die Pflegespezialisten sollten zusätzlich zu den entsprechenden fachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten auch gewisse soziale Kompetenzen mitbringen. Die am häufigsten geforderten Soft Skills sind Einsatzbereitschaft (31 Prozent), Motivation und Interesse am Beruf (24 Prozent) sowie Verantwortungsbewusstsein (23 Prozent). Vor allem das Verantwortungsgefühl ist im Pflegebereich sehr wichtig. Der Anteil an Anzeigen mit dieser Forderung ist für Pflegefachkräfte um 11 Prozentpunkte höher als im Durchschnitt über alle Berufe. Aber auch Teamfähigkeit (23 Prozent), Flexibilität (21 Prozent) und Selbständigkeit (19 Prozent) dürfen dem Pflegepersonal nicht fehlen. Empathie und Einfühlungsvermögen (16 Prozent) sowie ein freundliches Auftreten werden zwar verhältnismäßig seltener gefragt, scheinen jedoch spezifisch für Pflegeberufe von Bedeutung zu sein, da diese Fähigkeiten im Gesamtmarktdurchschnitt seltener erwartet werden.

In jeder zwölften Anzeige wird der Besitz eines Führerscheins verlangt und in 3 Prozent der Fälle müssen die Pfleger sogar mit dem eigenen Auto im Einsatz sein. Die Bereitschaft zum Schichtdienst wird in 5 Prozent der Ausschreibungen betont. Neben den Forderungen an potenzielle Bewerber bieten die ausschreibenden Unternehmen aber auch verschiedene monetäre und nichtmonetäre Anreize, um die Fachkräfte zu gewinnen. In 16 Prozent der Offerten für Pflegepersonal werden Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten, in 10 Prozent flexible Arbeitszeiten. Mit betrieblicher Altersvorsorge (10 Prozent), übertariflicher Bezahlung (9 Prozent) und diverser Zuschläge (9 Prozent) werden finanzielle Anreize geschaffen.

Über den Adecco Stellenindex

Der Adecco Stellenindex wertet monatlich die Stellenangebote aus 155 Printmedien und 29 Online-Jobbörsen in Deutschland aus.

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Philipp Schmitz-Waters, PR-Manager

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